







So, was gibt’s Neues nach 50 Jahren Bühne? Eigentlich nichts – sie will immer noch alles! Vielleicht freuen sich viele auf aufgewärmten Kaffee, aber das neue Album „Johansson“ ist ALLES andere.
Gitte Haenning
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Ein Hobby, was sie stets beibehalten hat, ist, Verwirrung zu stiften - angefangen bei ihrer eigenen Identität.
Mit den Jahren wird auch der Name von Frau Gitte immer länger. Den einen hat ihr Vater teuer gekauft, den anderen gab’s bei der Geburt kostenlos dazu. Selbst der Name „Gitte“ fiel ihr nicht ohne Komplikationen ins Taufkleid: Mutter Erna und Vater Otto wollten unbedingt, dass ihre Tochter „Gitte“ heißt, doch dieser Name war nicht registriert - nur so etwas wie „Brigitte. Die Eltern bliesen die Taufe ab und der Pastor sah seine Schäfchen davon ziehen, lenkte ein und von da ab wurde Dänemarks erste „Gitte“ offiziell getauft. Viele Tausende folgten. Das mit dem “Hænning“ ist auch so eine Geschichte. Der Vater, Schwede, heißt Henning Otto Thorup Johansson. Damals Troubadour wollte er sich Otto Henning nennen. Gegen den Nachnamen „Henning“ wurde geklagt und „Hænning“ mit „ae“ dann schließlich gegen viel Geld akzeptiert. Die Schweden vergaßen bei Gitte’s Bühnenwerdegang schlichtweg das „a“ und somit heißt sie dann bis heute nur Henning mit „e“. Die Deutschen fanden die Dänen ja immer süß und waren mit „Gitte“ stets gut bedient. Das änderte sich dann 1983 als Gitte darauf bestand, ihr Publikum wissen zu lassen, dass man sie auch per Nachnamen anreden kann. Es hat lange gedauert aber nun sind die beiden Namen unzertrennlich geworden. Und jetzt auch noch das mit dem „Johansson“! Das hat doch tatsächlich etwas mit dem neuen Album zu tun. Zu ihrem 50 jährigen Bühnenjubiläum hat Gitte gründlich nach ihren Wurzeln gesucht – und gefunden. Wo waren sie nur? So zwischen Schweden und Dänemark – auch zwischen Jazz, Pop und Rock. Musikalisch hat das neue Album „Johansson“ alles zu bieten womit Frau Gitte in der Vergangenheit in Berührung gekommen ist. Von schwedischen Traditionals über Pop bis Rock.
Inspiriert vom Bau der Öresund-Brücke, die Dänemark und Schweden verbindet, nimmt Frau Gitte von Januar bis Juni 2004 in ihrer Heimatstadt Kopenhagen, ihr neues Album auf. Hier bekommt sie dann doch endlich die Gelegenheit so ein bisschen die „Rockmama“ auf die Scheibe zu brennen, die Seele durchs Kattegatt treiben zu lassen und ihren Wikinger-Kampfgeist wieder zu erwecken.
Und damit nicht genug: um zum Jubiläum ganz dick aufzutragen, erschien am 18.10.2004 nicht nur ein neues, überaus gelungenes Pop-Album „Johansson“ sondern gleichzeitig auch ein Jazz-Live-Album mit dem Repertoire ihrer letzten 3 Jazztourneen.
Dänemark bis 1963
1954 – Gitte fängt als kleines Mädchen (8 Jahre)an, mit ihrem Vater zu singen. Später anspruchsvolle Kinderlieder. Immer „musikantisch“ gelöst – wie z.B. Kinderrock: Herr Menschenfresser Jensen, Hit auf Island: Ma, he’s making eyes at me etc.. Jazzifizierte Popsongs von ihrem Vater Otto Haenning: „What is life without music“ und „I’ve got a song“ für Bigband arrangiert. Dazu andere Jazz-Baladen „As might as well be spring“ aufgenommen mit dem amerikanischen Jazzbassisten Oscar Pettifort und dem schwedischen Pianisten Jan Johansson. Alles im Alter zwischen 11 und 14 Jahren. Mit 14 großer Filmdurchbruch mit dem verfilmten Theaterstück „Ullabella“ (Regie: Ole Walbom, Autor: Henning Kehlet). Daraufhin engagiert Åke Falk (bedeutender schwedischer Regisseur) Gitte für eine 3-teilige TV-Produktion „Nina, Nora und Nalle“ von Astrid Lindgren– u.a. mit dem schwedischen Schauspieler Jan Malmsjö (bekannt als der Bischof in Ingmar Bergman’s „Fanny und Alexander“). Diese 2 Arbeiten trägt Gitte heute noch mit sich in ihrem kleinen Rucksack. Sie spielte das Mädchen im Theaterstück „Mittsommernacht im Armenhaus“ (Autor:Per Lagerquist, Regie: Sam Besekow). Apropos TV-Verfilmung: später spielte sie in Deutschland die Hauptrolle in „Unser Herr Diener“ – Regie: Rolf von Sydow. Sie wirkte eine Saison in einem Kabarett mit, 3 mal in einer Revue, einem Off-Broadwaymusical „Fantastics“, demTheaterstück „Gigi“, 2 Filme: „Prinzessin für einen Tag“, „Er, sie, Dirk und Dario“. Hits in Dänemark und Shweden. Für ihre Pop- Tourneen in Dänmark und Schweden stellt sie eine Band aus bekannten dänischen Jazz-Musikern zusammen. Es folgten eigene TV Personality Shows in Dänemark und Schweden.
Deutschland ab 1963
Darauf wurde NDR Intendant Henry Rainier aufmerksam und bot ihr eine eigene TV Show in Deutschland an. Haare wurden gekürzt, Taille wurde geschnürt und ein charmanter Partner wurde gefunden: Rex Gildo.
Gewinnerin von Schlagerfestival Baden-Baden mit „Ich will nen Cowboy als Mann“ und wurde honoriert mit Küßchen und Blumen von Marlene Dietrich. Der Song verkaufte sich über 1 Million mal.
1964 singen Gitte und Rex in Baden-Baden das Lied „Jetzt dreht die Welt sich nur um dich“. Daraufhin drehten sie gemeinsam den gleichnamigen Film (Regie: Prof. Liebeneiner)
Andere Filme folgten: „Liebesgrüße aus Tirol (mit Grete Weiser und Peter Weck), „Und sowas muss um 8 ins Bett“ (mit Peter Alexander), „Die Pfeiffen“ (mit Walter Giller, Regie Woyczek Jasny).Eine Tournee mit Rex und etliche gemeinsame Fersehauftritte folgten. Danach trennte sich das deutsch-dänische Traumpaar. Ab 1967 - LPs wie „Stopp die Boys“, „Jeder boy ist anders“ mit Auskopplungen wie „Liebe ist doch kein Ringelrein“ und „ich mach’ Protest“ – und das machte sie auch gegen ihre Schlagerkarriere. Sie wollte Jazz! Den bekam sie dann auch in Form eines süßen Erpressungsversuches von EMI: Eine Produktion mit Francy Boland & Kenny Clarke Bigband gegen eine neue Schlagerproduktion. Gitte ließ sich auf den „Handel“ ein und war stolz und glücklich.
1969 wurde eine nordische Sage verfilmt („Hagbarth und Signe“) Filmtitel: „Den røde Kappe“ (dt. Die rote Kappe) und Gitte spielte Signe.
Gedreht wurde auf Island mit einer Besetzung aus den nordischen Ländern. Der Film wurde in Cannes nominiert. Regie: Gabriel Axél
(„Babette’s Fest“) erhielt im nächsten Jahr einen Oscar.
Noch im gleichen Jahr und darauffolgenden Jahr gastierte Gitte jeweils eine Sommer-Saison mit ihrer eigenen Show im berühmten „Pearl of the coast“ Theater in Kopenhagen.
1971 verliebt sie sich in die Jazz-Kompositionen von Robert Cornford (spezialisiert auf Schönberg, Webern und Strawinsky) und wollte erstmal nichts mehr von Pop oder Schlager wissen und zog nach London.
1973 trat Gitte für Deutschland zum Grand Prix an mit „Junger Tag“ und „Hallo, wie geht es Robert“ und hatte damit gleich wieder zwei Hits, zog nach Hamburg und widmete sich der Arbeit. Die trug dann Früchte: „Ich hab’ die große Liebe verspielt in Monte“ und „So schön kann doch kein Mann sein“. Parallel arbeitet sie in Dänemark.
1976 unterzeichnet sie bei RCA einen 4-Jahres-Vertrag. Mit dem Ergebnis der Alben: „Was wär`ich ohne dich“ und „Regenbogen“
1980 – 1987 arbeitet sie mit dem Label „Global“ (Peter Kirsten). Mit ihm als Produzent und Michael Kunze als Texter entstehen in dieser Zeit 4 Alben:
„Bleib’ noch bis zum Sonntag“ (1980) –Songs von Andrew Lloyd Webber („Freu`dich bloß nicht zu früh“), die auch auf dänisch erscheint;
„Ungeschminkt“ (1982) –„ich will alles“ und „ich bin stark“
„Berührungen“ (1983) „Lampenfieber“
„Meilensteine“ (1986) Compilation mit 3 neu produzierten Titeln (Hexen, Aber Liebe ist das nicht, In meiner kleinen Freiheit).
„Jetzt erst recht“ (1987) „Du tust mir so gut“
Sie erhielt insgesamt 4 goldene Stimmgabeln für die Alben und (1984) eine goldene Kamera für ihre eigene Show „Stark ist keiner allein“, ein Bambi und den deutschen Schallpalttenpreis für die Sparte Pop national.
1988 spielt Gitte in einer Inszenierung der Zauberflöte die Papagena an der Seite von André Eisermann (Regie George Tabori)
1993 wechselt Gitte zu WEA. Veröffentlicht wird zuerst ein Album:
„Liebster“ (1993 - komponiert und produziert von Mandy van Baaren)
1994 folgte die Tournee „Mitten in der Nacht“
1995 übernahm Gitte die weibliche Hauptrolle in der Musical-Produktion „Shakespeare and Rock ´n Roll“ (Produzent Friedrich Kurz) in Berlin und spielte die Gloria. Das Musical - basierend auf "Der Sturm" von William Shakespeare mit Rock'n'Roll-Songs der 50er und 60er Jahre.
1998 erscheint das 2. Album bei WEA “My favorite songs” mit Adaptionen großer Popklassiker von Elton John, Eric Carmen, Eric Clapton, Beatles, und der Titel “Like a star in the night” - geschrieben für die ZDF-Serie “Lisa Falk”.
Auch 1998 gab Gitte wieder Jazzkonzerte. Unter “Jazz im Frack” zusammen mit ihrem Vater Otto Hænning und der Rolf von Nordenskjöld Bigband. Zuerst als einmalige Sache geplant - wurde das ganze zu einer Tournee. Premiere war in der Komischen Oper in Berlin.
Ab 2000 gibt Gitte mehrere Jazzkonzerte mit verschiedenen Bigbands (u.a. Rolf von Nordenskjöld, RIAS Bigband, Blechschaden)
2001 spielt Gitte in einer Inszenierung von „Orpheus in der Unterwelt“ die Rolle der „Juno“. An ihrer Seite: Gildo Horn und Réne Kollo. (Regie: Heinz Lukas Kindermann)
2001 und 2002 geht Gitte mit ihrem Jazz-Trio auf 3 Tourneen. In über 150 Konzerten wird sie begleitet von Sebastian Weiss am Piano, Stefan Weeke am Bass und Thomas Alkier am Schlagzeug.
Ende 2003 verlässt Gitte Berlin ein halbes Jahr, um in Kopenhagen ihr neues Album aufzunehmen.
2004 wird die Produktion in Hamburg und Berlin fortgesetzt.
Im Juni 2004 gastiert sie im TIPI Zelt in Berlin zusammen mit ihren nordischen Kolleginnen Wencke Myhre und Siw Malmquist in deren eigener Show „Gitte, Wencke, Siw“
September 04 erhält Gitte die Platine Stimmgabel (ZDF)
für Ihr Lebenswerk (Life Time Award)
18.10.2004 zu ihrem 50-jährigen Bühnenjubiläum erscheinen 2 neue Alben:
„Johansson“ in einer deutschen und internationalen Version und
„Jazz“ eine Live Aufnahme mit ihrem oben genannten Jazz-Trio
Homepage: www.gitte-haenning.de