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Katja Ebstein

Konzert, Musical, Kabarett, Literatur, Schauspiel und Theater - diese Eckpfeiler stehen für Katja Ebsteins Vielseitigkeit und Vielfalt. In den 70er und 80er Jahren als deutsche Barbara Streisand gefeiert, in den 90er als Musical- und Theaterstar gerühmt, so hat sie sich in den letzten Jahren mit ihren Rezitations- und Liederabenden einen Namen in der Literatur- und Kunstszene machen können. Die Karriere von Katja Ebstein ist, wie sie selbst, aufregend und vielfältig.

Die am 9. März 1945 in Schlesien geborene Katja Witkiewicz kommt als Flüchtlingskind nach Berlin. Die Dynamik der Stadt trägt dazu bei, dass sie sich bereits als junge Frau mit politischen und sozial brisanten Themen auseinandersetzt. Dieses Engagement nimmt seither eine wichtige Konstante in ihrem Leben ein.

Die Musik liebt sie von Kindheit an, das Singen beginnt Katja in der Schule. Von der Berliner Jazz-Szene inspiriert, hat sie ihre ersten öffentlichen Auftritte zusammen mit einer Freundin in Jazzlokalen und Studentenkneipen. Aber zu vielfältig sind ihre damaligen Interessen, als dass sie sich ernsthafte Gedanken um ein Leben als Sängerin macht. Doch auf einer heimischen Talentbörse trifft sie auf Siegfried Loch ("Sigi"), damaliger Deutschlandchef des US-Labels Liberty / United Artist.

Der Talentförderer entdeckt ihre Begabung und überredet die junge Katja zum Abschluss eines internationalen Platten-Vertrags und zum ersten Album. Die LP "Katja - Die Stimme" markiert 1970 ein neues Verständnis deutscher Popmusik, weg vom Schema Herz und Schmerz, hin zu einfallsreichen Texten mit internationalem Flair. Kein geringerer als der Komponist Klaus Doldinger stand der damaligen Produktion zur Seite.

Einher mit der Veröffentlichung ihres Debutalbums ändert Katja auf Anraten der Plattenfirma schweren Herzens ihren Namen. Die Epensteinstraße in Berlin - Reinickendorf, das Zuhause der Familie Witkiewicz, liefert die Idee. Katja heißt nun Ebstein. Und dann geht alles Schlag auf Schlag.

1970 nimmt Katja Ebstein am Grand Prix Eurovision in Amsterdam teil und belegt mit "Wunder gibt es immer wieder" von Christian Bruhn den dritten Platz. Ein Hit, der sie schlagartig über die Grenzen hinaus bekannt macht, und bis heute zu den populärsten Evergreens Deutschlands gehört. Noch zweimal vertritt Katja Ebstein Deutschland erfolgreich beim Grand Prix: 1971 mit dem Umweltsong "Diese Welt" (Bronze) und 1980 mit dem Titel "Theater" von Ralph Siegel (Silber). Beidesmal zwei absolute Hits in Deutschland.

In den 70er Jahren erreicht Katja Ebstein eine immense Popularität in Deutschland und den europäischen Nachbarländern. Sie singt ihre Lieder und ihr internationales Repertoire in den Sprachen der Gastländer - auch in den Staaten hinter dem damaligen eisernen Vorhang, wie Polen und der UdSSR. Sie kommt als Botschafterin der Menschlichkeit und erfährt begeistert Zustimmung, besonders von den Menschen der ehemaligen DDR.

Ebenfalls sammelt sie Erfolge in den USA; in vielen asiatischen Ländern - vor allem Japan - ruft sie Beifallstürme hervor. Die Fans sind von ihrer musikalischen Intensität und ihrer Bühnenpräsenz begeistert und ehren sie mit zahlreichen Auszeichnungen (u.a."Beste Sängerin beim Song Festival in Rio de Janeiro", "Rose von Rom".)

Über die glänzend verlaufenden Karriere hinaus vergisst sie nie ihre politischen und sozialen Überzeugungen. So unterstützt sie 1972 gemeinsam mit dem Nobelpreisträger Günter Grass und anderen den Wahlkampf für Willy Brandt, den Mann den sie sowohl als Visionär wie auch als Persönlichkeit schätzt.

Und bis heute steht Katja Ebsteins Engagement für Toleranz, Frieden und Nächstenliebe. Wann immer es geht, setzt sie sich für Hilfsbedürftige und wohltätige Zwecke ein. Egal ob es Hilfsaktionen für die Unicef oder die Aids-Hilfe sind, Veranstaltungen gegen den Irakkrieg oder die Rassendiskriminierung.

Das Repertoire von Katja Ebstein erweitert sich in all den Jahren bis heute und besticht durch eine phänomenale Bandbreite: mittlerweile reicht es von Pop, über Lieder mit literarisch-kabarettistischen Texten, bis hin zu Gospel, großen Musicals und Chansons.

1976 entdeckt der Regisseur Klaus Überall eines ihrer weiteren Talente: das Schauspielern. Ihre erste Theaterrolle übernimmt Katja Ebstein Ende 1980 als die Rosa Fröhlich in Heinrich Manns Stück "Professor Unrat". Mit dem Programm kann sie erneut große Erfolge feiern und avanciert zum Star des Ernst-Deutsch-Theaters in Hamburg. Zahlreiche Theater- und Fernsehproduktionen schließen sich an wie die Fernsehserie "Friedrichstadtpalast" (1988 /89).

In den 90er Jahren stößt Katja Ebstein endgültig zum Musical. Sie wird die deutsche Stimme der großen Musicalkompositionen. "Es ist der Sieg der Stimme über den Wortlaut.", wie Kritiker anmerken. So singt Katja Ebstein die erste deutsche Version von "Don`t cry for me Argentina" aus Andrew Lloyd Webbers "Evita". Auch die anderen Erfolge aus gleicher Feder hört man in deutscher Sprache zuerst von ihr, so z.B. "Traumzeit" - die schmelzende Arie aus dem Musical "Cats".

Katja übernimmt die Hauptrolle "Roxie Hart" im Musical "Chicago", spielt das Taxigirl "Sweet Charity" im gleichnamigen Musical, mit dem Welthit "Hey Big Spender", und feiert am Theater Erfolge, ob als Seeräuber-Jenny in der "Dreigroschenoper" oder als "Victor und Victoria".

Seit 1994 wendet sie sich verstärkt dem literarischen Genre zu und nimmt eine künstlerische Idee wieder auf, die in ihrem ersten Heinrich - Heine Zyklus (1975) ihren Ursprung hatte, einem musikalischen Medienereignis, das Heines Texte mit Orchesterarrangements und Katjas Stimme zu einem mitreißendem Dreiklang vereinte.

Ihre Liebe zur Lyrik - verbunden mit der Kraft ihrer Stimme und ihrer hohen Musikalität - läßt mehrere anrührende Theaterprogramme entstehen: das Soloprogramm "Meisterinnenwerke" mit Gedichten von Annette von Droste - Hülshoff bis heute; das populäre Heinrich Heine Programm "Schlage die Trommel und fürchte Dich nicht" oder das erfolgreiche Brecht Konzert "Laßt Euch nicht verführen" (CD Nummer 1 in der "Liederbestenliste der Hörfunkprogramme 1999). Ihr jüngstes Programm "Berlin, ... trotz und alledem!" - eine deutsche Lehrstunde am Beispiel Berlin mit Texten von Tucholsky bis Wecker - feiert als Liederabend der Extra Klasse Erfolge in der Theaterszene.

Von 1999 bis 2000 schauspielert Katja wieder und übernimmt die Hauptrolle der "Chaja" in dem Schauspiel mit Musik "Ghetto" von Joshua Sobol. Im August 2001 führt sie gemeinsam mit dem WDR Sinfonieorchester das Musik - Melodram "Die Geschichte vom Soldaten" von Igor Stravinsky als "mitreißendes Kunstwerk" (Westfalenpost) im Rahmen der Sommerlichen Musiktage Soest auf.

Zuletzt begeistert Katja Ebstein ihr Publikum 2002 mit dem vorweihnachtlichen Programm "Es fällt ein Stern herunter", mit besinnlichen und satirischern Texten von Heine, James Kruess, Erich Kästner bis Hans-Dieter Hüsch oder Loriot.

Bis heute hat die Berliner Künstlerin mehr als 30 Song-Alben und CDs veröffentlicht, die ihre große Bandbreite von Schauspiel, Popmusik, Kabarett, Musical, Literatur, Konzert dokumentieren.

Homepage: www.ebstein.de